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stahlhaus@alpenverein-salzburg.at

Tradition & Geschichte

Das Carl-von-Stahl-Haus (Stahlhaus) ist eine Alpenvereinshütte der Sektion Salzburg des Österreichischen Alpenvereins in den Berchtesgadener Alpen.

Tradition und Geschiche

Carl von Stahl-Haus

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die Ambitionen von Großgrundbesitzern, ganze Gebirge als ihr Privateigentum zu betrachten, immer größer. Dazu gehörten u. a. das Haus Habsburg mit seinem Thronfolger Franz Ferdinand. Immer mehr schien es, dass man die Bergsteiger vom Besuch der freien Natur abhalten wollte und konnte, wie das etwa im Blühnbachtal der Fall war. Da im Bluntautal ähnliche Verhältnisse drohten, kaufte der wohlhabende Justitiar Eisendle der Alpenvereinssektion Salzburg die obere Jochalm mit seinem Privatvermögen.

 Es kam der Erste Weltkrieg und die Jagd im Bluntautal wurde von der Krupp-Dynastie übernommen. Deren Vertreter standen den Alpentouristen wesentlich aufgeschlossener gegenüber und tauschten schließlich im Mai 1918 Grundbesitz am Torrener Joch gegen die Jochalm mit dem Alpenverein; dieser Tausch war für den Hüttenbau sehr vorteilhaft, da das Joch wesentlich günstiger gelegen war. Am Torrener Joch hatte bereits eine unbewirtschaftete Hütte, die Torrenerjochhütte, gestanden, diese wurde im Juli 1918 durch Blitzschlag getroffen und brannte in Folge komplett nieder.

 

Die Sektion Salzburg hatte sich mit anderen Hüttenprojekten übernommen und kein Geld mehr für einen neuen Hüttenbau. Ein Auswanderer aus Österreich, Carl von Stahl, der als Industrieller in Amerika in der Textilbranche zu einem Vermögen gekommen war, spendete der Sektion Salzburg das für den Hüttenbau notwendige Geld. Da der Bau in Zeiten der Inflation stattfand, stockte von Stahl das Budget immer wieder auf. Der Bau begann im Juni 1921; die Einweihung seiner Hütte am 22. Juli 1923 erlebte er selbst nicht mehr. Jedoch kam seine Witwe, eine jüngere Österreicherin, die er während eines Heimaturlaubs kennengelernt hatte. Seit dem Winter 1924/25 ist die Hütte ganzjährig bewirtschaftet. Die Hütte wies neun Zimmerlager mit 18 Betten und drei Matratzenlager mit 36 Schlafplätzen auf.

Der ursprüngliche Bau wurde seither mehrfach erweitert. 1935 wurde der „Skistall“ ausgebaut und im Sommer als weiteres Gastzimmer genutzt. 1939 waren bereits 64 Plätze im Matratzenlager vorhanden. 2011 wurde das Stahlhaus für 750.000 Euro saniert und der Nebentrakt aufgestockt.

Stahlhaus vor der Sanierung (2006)

Stahlhaus nach der Sanierung und Aufstockung des Seitentraktes (2012)

 
 

Geschichten vom Stahlhaus

Lese-Probe zu „Geschichten vom Stahlhaus Heli“
Und es kam der letzte Sommer für Hilda und Theo. Irmgard und Heinz waren am Wagrainerhaus und so musste das Personal aufgestockt werden. Eine langjährige Beschäftigte von Theo war Traudi, welche inzwischen mit Wilfried, Theos Sohn, verheiratet war. Traudi war in diesem Sommer mit den Kindern Ingrid und Wilfried auf dem Stahlhaus. So wurde auch mein Aufgabenbereich mit der Beaufsichtigung der Kinder erweitert. Auch die Tochter von Hilda und Theo, Greterl, war im Sommer im Service beschäftigt und Anni aus Golling kam zu unserer Mannschaft dazu. Als es bekannt wurde, dass Theo das Stahlhaus verlässt, kamen viele Menschen zum Abschiednehmen. Da wurde einem erst richtig bewusst, wie beliebt Hilda und Theo waren. Ihre Hilfsbereitschaft und Großzügigkeit in der schlechten Zeit waren nicht vergessen. Sie gehörten zu den beliebtesten Hüttenwirtsleuten. Da wird es für mich nicht leicht sein, das war mir bewusst. Seit einem Jahr hatte ich mir schon einen Bart wachsen lassen, damit ich etwas älter aussehe. Da Theo immer eine Lederhose trug, ließ ich mir beim “Kranfogei-Hans” in Berchtesgaden eine Lederhose anfertigen. Die “Kranfogein” waren immer gute Freunde vom Stahlhaus. Hans hatte mir zum Einstand die Lederhose zu einem sehr guten Preis gemacht.
 
Der Oktober nahte. Am 1. Oktober sperrte die Jennerbahn wegen Überholung zu und außerdem bekam sie neue Motoren und neue Getriebe. Vom 1. bis 5.10. hatten wir das Stahlhaus wegen Übergabe und Generalreinigung geschlossen. Das Wetter war schlecht, so konnten wir die anfallenden Arbeiten in Ruhe erledigen. Am 5.10.1968 war es so weit.
 
Unter folgendem Link ist das Buch erhältlich: Geschichten vom Stahlhaus Heli
oder einfach Peter -den Hüttenwirt- fragen.